Das Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn

Das Projekt zielt auf eine kultur- und literaturwissenschaftliche Aufarbeitung der fast vierzigjährigen Geschichte des Instituts für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig mit Blick auf die ästhetischen, schreibdidaktischen und kulturpolitischen Dimensionen, die Einfluss auf die Schreibprozesse und literarischen Werdegänge zahlreicher DDR-Autoren nahmen. Daraus ergeben sich vier Forschungsschwerpunkte in ihrer Abfolgelogik von der literaturgeschichtlichen Perspektive über den autobiographischen Werkzusammenhang bis zu inkriminierten Sachverhalten:

1. Untersuchung der literarischen und essayistischen Absolventenarbeiten des Becher-Instituts als integraler Bestandteil der DDR-Kultur in Auseinandersetzung mit den Konzepten der DDR-Literaturforschung, insbesondere der DDR-Literaturgeschichte

2. Betrachtung des Becher-Instituts als „Experimentierfeld Schreibschule“ anhand der Wirkungsweisen und Funktionen institutionalisierter Ausbildungsvorgänge für die individuellen Schreibprozesse bzw. die Entwicklung von Autorenbiografien

3. Analyse der Einflussnahme normativ-ideologischer Rahmenbedingungen auf die Alltagsabläufe, Schreibprozesse und literarischen Erträge am Becher-Institut

4. Dokumentation von am Becher-Institut entstandenen literarischen und essayistischen Arbeiten der Studierenden

Das Forschungsvorhaben wird von Januar 2015 bis Januar 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Form einer Sachbeihilfe gefördert.

Projektleitung

Prof. Dr. Hans-Ulrich Treichel, Deutsche Literatur

Prof. Dr. Hans-Ulrich Treichel

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Raum 304
Telefon +49 341 97 30 300
Telefax +49 341 97 30 319
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Sprechstunde

Dienstag 18.00 - 19.00 Uhr

Biografie

Hans-Ulrich Treichel, 1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985-1991 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte sich 1993. Seit 1995 ist er Professor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Auszeichnungen

2007 Preis der Frankfurter Anthologie

2006 Kritikerpreis
Eichendorff-Preis

2005 Hermann-Hesse-Preis

2003 Margarete-Schrader-Preis für Literatur
Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis

2000 Poetik-Dozentur Frankfurt am Main

1993 Förderpreis zum Bremer Literaturpreis

1988 Stipendiat der Villa Massimo/Rom

1985 Leonce-und-Lena-Preis beim Darmstädter "Literarischen März"

Veröffentlichungen

Endlich Berliner.
Berlin: Insel, 2011

Mein Sardinien. Eine Liebesgeschichte.
Hamburg: Mare, 2012

Grunewaldsee. Roman.
Berlin: Suhrkamp, 2010.

Liebesgedichte.
Frankfurt am Main: Insel, 2009.

Anatolin. Roman.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008.

Südraum Leipzig. Gedichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2007.

Der Papst, den ich gekannt habe. Erzählung.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2007.

Der Felsen, an dem ich hänge. Essays und andere Texte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.

Menschenflug. Roman.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.

Der irdische Amor. Roman.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002.

Gespräch unter Bäumen. Gesammelte Gedichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002.

Der Entwurf des Autors. Frankfurter Poetikvorlesungen.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000.

Tristanakkord. Roman
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000.

Der Verlorene. Erzählung
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1998.

Heimatkunde oder alles ist heiter und edel. Besichtigungen.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1996.

Der einzige Gast. Gedichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1994.

Von Leib und Seele. Berichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1992.

Seit Tagen kein Wunder. Gedichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1990.

Liebe Not. Gedichte.
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986.

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Wissenschaftliche Mitarbeit

Dr. Katja Stopka

Dr. Katja Stopka

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eMail katja.stopka@uni-leipzig.de

Biografie

Dr. Katja Stopka, 1964 geboren in Duisburg.



Studium der Neueren Deutschen Literatur, Geschichte, Romanistik sowie der Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Promoviert mit einer Arbeit über die kultur- und medienhistorische Bedeutung des akustischen Rauschens in der deutschsprachigen Literatur am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaft der Freien Universität Berlin.



Seit Januar 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Das Institut für Literatur ‚Johannes R. Becher’ Leipzig (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn.“ am Deutschen Institut für Literatur Leipzig (DLL).



Zuvor: Von 2013-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Literarische Schreibprozesse im Kontext der institutionellen Hochschulausbildung – dargestellt am Beispiel des Instituts für Literatur ‚Johannes R. Becher’“ am DLL. Von 2005-2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung einschließlich der wissenschaftlichen Leitung der zugehörigen Forschungsbibliothek. Von 2002-2004
bibliothekswissenschaftliche Mitarbeiterin in einem DFG-Forschungsprojekt zur Erschließung von Kinder- und Jugendliteratur der DDR (Humboldt Universität zu Berlin). 2001
Freiberufliche Tätigkeit als Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und Dokumentarin.

1998-2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem DFG-Forschungsprojekt "Derealisierung und Digitalisierung. Literatur- und Mediengeschichte" (Freie Universität Berlin). Lehraufträge am Institut für Germanistik der Universität Potsdam sowie am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt Universität zu Berlin.




Publikationen / Forschungsschwerpunkte: Literatur und Zeitgeschichte; medien- kulturwissenschaftliche Literaturforschung sowie zu Wissensordnungen und Geschichtskulturen im digitalen Zeitalter.

Dr. Isabelle Lehn

Dr. Isabelle Lehn

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eMail isabelle.lehn@uni-leipzig.de

Biografie

Dr. Isabelle Lehn, 1979 in Bonn geboren.



1998 bis 2004 Studium der Allgemeinen Rhetorik, Ethnologie und Erziehungswissenschaft in Tübingen und Leicester, anschließend Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Arbeit an einer Dissertation. 2011 Promotion an der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen mit einer Arbeit zu rhetorischen Persuasionsmechanismen in der Werbung, 2012 Bachelor of Arts „Literarisches Schreiben“.



Von 2009 bis 2013 Forschungsassistentin am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, 2010 bis 2013 Lehrbeauftragte und Gastdozentin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, 2013 bis 2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Literarische Schreibprozesse im Kontext der institutionellen Hochschulausbildung – dargestellt am Beispiel des Instituts für Literatur ‚Johannes R. Becher’“. Seit Januar 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Das Institut für Literatur ‚Johannes R. Becher’ Leipzig (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn.“

Veröffentlichungen von Erzählungen und Essays in Anthologien und Literaturzeitschriften (u. a. „BELLA Triste“, „Edit“ und „neue deutsche literatur“). Publikumspreis beim PROSANOVA-Literaturfestival 2014, Finalistin des 19. Open Mike (2011), Preis des Drehbuchwettbewerbs „Ansichtssache“ (2009) und Verfilmung des Drehbuchs „Help!“ in Lodz, Polen (2010). Stipendiatin der Künstlerhäuser Worpswede, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, der Jürgen-Ponto-Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Studienstiftung des deutschen Volkes.



Sascha Macht

Sascha Macht

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eMail sascha.macht@uni-leipzig.de

Biografie

Sascha Macht, 1986 in Frankfurt (Oder) geboren.

2007 bis 2014 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2011 Bachelor of Arts „Literarisches Schreiben“. 2014 Master of Arts „Literarisches Schreiben“.

2011 bis 2013 Lehraufträge am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Von 2013 bis 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Literarische Schreibprozesse im Kontext der institutionellen Hochschulausbildung – dargestellt am Beispiel des Instituts für Literatur ‚Johannes R. Becher’“. Seit Januar 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt „Das Institut für Literatur ‚Johannes R. Becher’ Leipzig (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn.“

Veröffentlichungen von Prosa, Lyrik und Dramatik in Anthologien und Literaturzeitschriften (u. a. „Edit“, „Neue Rundschau“ und „BELLA triste“). Mitglied der Autorengemeinschaft „Vereinigung 1. Februar“. Stipendiat des Künstlerhauses Lukas, Ahrenshoop, und der Stiftung Brückner-Kühner Kassel.





Maja-Maria Becker

Maja-Maria Becker

Biografie

Maja-Maria Becker, 1976 in Quakenbrück geboren.

Studierte Germanistik, Philosophie und Kulturwissenschaften in
Heidelberg, Oldenburg und Bremen. Anschließend war sie unter
anderem als Freie Lektorin tätig. Seit Oktober 2012 Master-Studium
am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Veröffentlichte Lyrik und Erzählungen in Anthologien und
Literaturzeitschriften. Mitherausgeberin der "Tippgemeinschaft
2014", der Jahresanthologie der Studierenden des Deutschen
Literaturinstituts.

Aktuell Lehrbeauftragte für "Literarisches Schreiben" am Deutschen
Literaturinstitut Leipzig.

Seit Januar 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Das Institut für Literatur ‚Johannes R. Becher’ Leipzig (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn.“

Juliane Zöllner

Juliane Zöllner

Biografie

Juliane Zöllner, 1981 in Dresden geboren.

Initiierung verschiedener Theater- und Performanceprojekte.
2009 Abschluss des Studiums der Philosophie und Germanistik in Heidelberg. Anschließend Arbeit an einem Forschungsprojekt zu Klopstock.

Seit Oktober 2011 Studium am Literaturinstitut Leipzig. Veröffentlichung von Gedichten und Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien.

Seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin beim DFG-Forschungsprojekt „Das Institut für Literatur ‚Johannes R. Becher’ Leipzig (1955-1993). Literarische Schreibprozesse im Spannungsfeld von kulturpolitischer Vereinnahmung, pädagogischem Experimentieren und poetischem Eigensinn.“

Studentische Hilfskräfte

Özlem Dündar, Forschungsprojekt

Özlem Dündar

Publikationen

Vorbemerkung von I. Lehn, S. Macht, K. Stopka zu Sarah Kirsch: Im Spiegel. Poetische Konfession. In: Sinn und Form. Beiträge zur Literatur. Hrsg. v. d. Akademie der Künste. Heft 6/2013, S. 848-855.